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Referenzwert für die Messung der Fehlerschleifenimpedanz im TN-Netzsystem
Schutz durch automatische Abschaltung – wird in Lehrgängen dieses Thema behandelt, kommt mit Sicherheit die Frage nach dem Grenzwert bei der Messung der Fehlerschleifenimpedanz auf. Die Tatsache, dass es keinen gibt, macht die Sache so schwierig.
Bei einem Stromkreis, der beispielsweise mit einem B16A Leitungsschutzschalter geschützt ist, funktioniert die Schutzmaßnahme sicher bis zu einer maximalen Fehlerschleifenimpedanz [ZSchl ] von 1,91Ω. Dieser Wert kann zwar nicht als allgemeingültiger Grenzwert angesehen werden, jedoch als Referenzwert dienen. Der Wert entspricht einem möglichen Kurzschlussstrom [IK] in Höhe von 120A.
Gut ist es, wenn alle Stromkreise von der Elektrofachkraft mit einem geeigneten Messgerät überprüft werden und man diese bei Überschreitung der 1,91Ω so nicht in Betrieb nimmt. Eine andere Schutzeinrichtung als der Leitungsschutzschalter B16A kann in diesem Fall eine Lösung sein, sofern der Stromkreis keinen elektrischen Mangel aufweist, sondern sich der Widerstand aufgrund der Leitungslänge ergibt.
Bei den meisten Stromkreisen wird der Grenzwert deutlich unterschritten, da die Leitungen entsprechend kurz sind oder einen höheren Leiterquerschnitt als 1,5mm² besitzen.
In jedem Stromkreis sind natürlich auch Klemmverbindungen vorhanden. Mangelfreie Klemmverbindungen sind nicht messbar. In keinem Fall haben mangelfreie Klemmen einen höheren Widerstand als 1m des angeschlossenen Leiters.
Wenn eine Klemme einen höheren Widerstand aufweist, dann ist sie höchstwahrscheinlich defekt oder falsch angeschlossen und kann somit eine Brandgefahr darstellen. Eine Anschlussklemme an einer Schuko-Steckdose, welche einen Widerstandswert in Höhe von z.B. 0,1Ω ausweist, ist sicher mangelhaft.
Diese Mängel an Klemmstellen messtechnisch aufzudecken ist die Herausforderung für die erfahrene Elektrofachkraft. Wenn also mit der Fehlerschleifenimpedanzmessung nicht nur die Schutzmaßnahme geprüft wird, sondern auch mögliche Fehler an Klemmstellen detektiert werden sollen, dann muss der Prüfer den Stromkreis genau untersuchen und mittels Gliedermaßstab und Rechnung für jeden Messpunkt einen eigenen Referenzwert ermitteln.
Um ein belastbares Prüfergebnis dokumentieren zu können ist es also unerlässlich nicht nur die Schutzmaßnahme zu prüfen, sondern auch nach Anschlussfehlern im Stromkreis Ausschau zu halten.