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Experten-Interview: Warum klassisches Installationswissen nicht mehr reicht

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Eine Wallbox ist schnell montiert – eine sichere Ladeinfrastruktur nicht. Warum Elektromobilität mehr Fachwissen erfordert als klassische Hausinstallation und wie gezielte Weiterbildung Marktchancen und Rechtssicherheit schafft, erklärt Experte und BZE-Dozent Peter Struß im Interview.

Herr Struß, Sie kommen aus der Praxis. Wie hat sich das Thema Elektromobilität dort in den letzten Jahren verändert und was bedeutet das konkret für Elektrofachkräfte?
In den letzten Jahren hat sich die Elektromobilität von einem „Nischenthema für Pioniere“ zu einer tragenden Säule des Elektrohandwerks entwickelt. Als jemand, der die Praxis kennt, kann ich sagen: Der Fokus hat sich massiv verschoben – weg von der reinen Installation einer einzelnen Wallbox hin zu komplexen Systemlösungen.

Warum wird Qualifikation im Bereich Elektromobilität zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor?
In einem Markt, der sich rasant professionalisiert, ist das reine „Anschließen“ einer Wallbox kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Qualifikation ist 2026 der Hebel, der einen Fachbetrieb zum gefragten Systemberater macht. Mit BZE-Qualifizierung können Betriebe E-Mobilitätslösungen im Energiesystem ihrer Kunden rechtsicher planen, installieren, abnehmen und warten. Qualifikation wird so zum Schutzschild gegen Preisdruck. Während „Allrounder“ über den Preis der Wallbox verglichen werden, werden Experten für ihre Problemlösungskompetenz bezahlt.

Welche technischen Kompetenzen sollten Elektrofachkräfte heute zwingend aufbauen, um Ladeinfrastruktur langfristig sicher betreiben zu können?
Um Ladeinfrastruktur nicht nur zu installieren, sondern über Jahre hinweg sicher, effizient und gesetzeskonform zu betreiben, reicht das klassische Wissen der Hausinstallation nicht mehr aus. Wir befinden uns in einer Phase, in der die Wallbox zum „intelligenten Knotenpunkt“ im Energienetz geworden ist.

Die vier technischen Kompetenzsäulen, die heute jede Elektrofachkraft in der Elektromobilität zwingend beherrschen muss, sind:
1. Diagnose-Kompetenz für die Fahrzeug-Säulen-Kommunikation
2. Beherrschung von Lastmanagement & Steuerbarkeit (§ 14a EnWG)
3. IT-Netzwerktechnik und Protokolle (OCPP)
4. Fortgeschrittene Messtechnik für Dauerlastsysteme

Wo sehen Sie aktuell die größten Risiken für Betriebe, die Ladeinfrastruktur ohne gezielte Weiterbildung umsetzen?
Das größte Risiko für Betriebe ist das „Es-hat-doch-funktioniert-Gefühl“. Eine Wallbox kann optisch einwandfrei installiert sein und das Auto laden, während im Hintergrund bereits die Sicherheitssysteme versagen oder Brandgefahr entsteht.

Ohne gezielte Weiterbildung, wie im BZE, bewegen sich Betriebe in kritischen Risikozonen: Haftungs- und Versicherungsrisiko, die „Blinde“ Sicherheit (RCD-Erblindung), thermische Überlastung im Dauerbetrieb und wirtschaftliches Risiko durch mangelnde Systemkenntnis.

In unseren Seminaren lernen die Teilnehmer, diese Risiken messbar zu machen. Wir trainieren nicht nur den Anschluss, sondern vor allem die rechtssichere Dokumentation und Fehlerdiagnose.

Was sind die praktischen Fertigkeiten oder Lösungen, die unsere Teilnehmer im BZE-Seminar lernen?
Der Teilnehmer geht nicht nur mit einer Urkunde nach Hause, sondern mit einem „Werkzeugkoffer“ an Abläufen. Neben der Planung und Installation von Ladesystemen geht es um:

  • Unfallvermeidung durch korrekte PSA und Messabläufe
  • kürzere Fehlersuche durch Verständnis der Kommunikationsprotokolle
  • souveränes Auftreten beim Kunden durch Fachwissen zu Förderungen und Technik

Termine 2026
Grundlagenmodul Elektromobilität
Weitere Infos, Preise & Online-Anmeldung
16. – 17.03.2026 (2 Tage)
09. – 10.11.2026 (2 Tage)

Anlagenprüfung: Ladesäulen E-Mobilität
Weitere Infos, Preise & Online-Anmeldung
18.03.2026
11.11.2026

Grundlagen E-Mobilität kompakt
Weitere Infos, Preise & Online-Anmeldung
19.03.2026
12.11.2026

Aufbauseminar: Lademanagement und Abrechnung E-Mobilität
Weitere Infos, Preise & Online-Anmeldung
13.11.2026

Zwei Wallboxen mit eingesteckten Steckern mit montiertem Bild Dozent und Text: "Experten-Interview".

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