News
7. Eimsbütteler Wirtschaftskonferenz
Elektro-Handwerk sorgt für Wohn- und Standortqualität!
Auf der diesjährigen 7. Wirtschaftskonferenz in Eimsbüttel bestimmte das neue Gewerbeflächenkonzept die Diskussion. Unter dem Motto Mehr Wirtschaft für Eimsbüttel Ein Gewerbeflächenkonzept für unseren Bezirk diskutierten mehr als 100 Teilnehmer aus Politik, Verwaltung und Eimsbütteler Wirtschaft, darunter auch viele Handwerksmeister, wie Schaffung von neuem Wohnungsraum und Erhalt von Gewerbeflächen unter einem Hut zu bringen sind. Organisiert werden die bezirklichen Wirtschaftskonferenzen in Eimsbüttel von der Bezirksversammlung und den Bezirksamt in enger Zusammenarbeit mit der Handels- und der Handwerkskammer.
Die Eimsbütteler Wirtschaftskonferenzen zeichnen sich dadurch aus, dass stets auch konkrete Musterbeispiele aus dem Bezirk vorgestellt werden. In diesem Jahr präsentierten sich die Durag AG aus Niendorf, die Bode Chemie aus Stellingen und aus dem Handwerk die Firma Pohle-Elektrotechnik aus Schnelsen. Der Bezirksmeister der Elektro-Innung, Andreas Pohle brachte es in seinem Statement auf den Punkt: Ohne die 120 Betreibe des Elektrohandwerks in Eimsbüttel und die mehr als 1000 Mitarbeiter, sähe es im Bezirk ganz schön dunkel aus! Nicht nur die Wohnqualität auch die Standortqualität von Industrie und Gewerbe wären in hohem Maße gefährdet, weil Service- und Notfalleinsätze ohne die handwerklich versierten Helfer in der Nachbarschaft zeitaufwendiger und mit hohen Kosten verbunden wären!
In seinem Beitrag betonte Elektromeister Pohle die Bedeutung von kundennahen Standorten für Handwerk- und Gewerbe in den Stadtquartieren: Wenn der Wohnungsbau gefördert werden soll und das auf Kosten von Gewerbeflächen geht, dann wird der Handwerks- und Gewerbeentwicklung das Wasser abgegraben, wenn nicht an anderer Stelle Ersatzlösungen gefunden werden und zwar Ersatzlösungen in den Stadtteilen hier in den Stadtteilen des Bezirks Eimsbüttel und nicht auf der grünen Wiese oder weit weg in anderen Hamburger Bezirken. Standortgefährdungen sind für Handwerksbetriebe mit einer standortnahen Stammkundschaft existenzbedrohend, wenn es beim Umsiedlungsdruck nicht gelingt geeignete Standorte im Stadtteil zu finden!! Dann stehen Kundenbindungen auf dem Spiel und der Verlust des lokalen Markenzeichens, das an anderer Stelle teuer wieder aufgebaut werden muss.
Handwerks- und Gewerbehöfe wie sie im Masterplan Handwerk 2020 der Handwerkskammer vorgeschlagen werden sind sicherlich in dicht besiedelten Quartieren und Stadtteilen zumindest für viele Betriebe des Elektrohandwerks mit heute mobilen Werkstätten eine Alternative. Benötigt werden Lagerflächen, gute Erreichbarkeit für Kunden und Lieferanten, gute Anlieferungsbedingungen Tag und Nacht, Parkplätze für die Servicefahrzeuge und für Besucher. Büro- und Beratungsräume kann ich mir auch gut auf der Etage vorstellen. Bei Lagerräumen auf der Etage ist eine optimale Fahrstuhlversorgung unbedingt erforderlich. Und dass alles muss auch zu Preisen zur Verfügung stehen, die auch von Existenzgründer bezahlbar sind.
Und auf einen weiteren wichtigen wies Elektromeister Pohle hin: Architekten und Planer bitte ich an dieser Stelle eindringlich: Wir brauchen als mobilisierte Betriebe auch an unseren Einsatzorten Parkplätze für unsere Fahrzeuge. Vor allem bei Neuplanungen und Umgestaltungen von Quartieren, Wohngebieten, Einkaufszentren, Gewerbegebieten sollte stärker als in der Vergangenheit für die erforderliche Baustellenlogistik bei Notfalleinsätzen, Reparaturen, bei Umbau und Modernisierung vorgesorgt werden.
Mögliche Lösungsansätze für den sich verschärfenden Konflikt zwischen Wohnen und Gewerbe kamen in der abschließenden Podiumsdiskussion zur Sprache. Mit dabei waren Staatsrat der Senatskanzlei Dr. Christoph Krupp, Hjalmar Stemmann (Vizepräsident der Handwerkskammer), Jens-Ulrich Kießling (Handelskammer) und Bezirksamtsleiter Dr. Torsten Sevecke. Der Vizepräsident der Handwerkskammer und Eimsbütteler Bezirkshandwerksmeister, Hjalmar Stemmann stellte klar: Handwerk muss und wird sich im dicht besiedelten Eimsbüttel auf neue Standortformen und Werkstätten auf der Etage einstellen. Aber wer den Gewerken des Handwerks keine oder nicht ausreichende Entwicklungsräume in der Stadt eröffnet, der gefährdet langfristig die Existenz des Handwerks in der Stadt, der gefährdet die Funktionsfähigkeit des Wirtschaftsorganismus in Hamburg insgesamt, der setzt Wachstumspotentiale und wohnungsnahe Arbeits- und Ausbildungsplätze aufs Spiel!
Klaus Fischer
Handwerkskammer Hamburg
Leiter Aufgabenbereich Bezirke